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Die
Panleukopenie ist eine häufig tödlich verlaufende,
virusbedingte Katzenkrankheit. Sie wird auch als Katzenseuche,
Katzenstaupe, infektiöse Enteritis der Katzen,
Agranulomatose, Aleukozytose und Katzenpest bezeichnet. Erreger
ist ein
Parvovirus
(von
lat.
parvus - klein). Die Krankheit ist eng verwandt mit der
Parvovirose
des Hundes und der infektiösen Panleukopenie der Marderartigen.
Bei Menschen kann das wesentlich weniger gefährliche
Parvovirus B19
Erkrankungen auslösen.
Erreger
Auslöser der
Erkrankung ist ein
Parvovirus
mit der Größe von etwa 18 bis 26 Nanometern Durchmesser. Die im
Virus verschlüsselten
Erbinformationen
sind zu 99% mit denen des caninen Parvovirus identisch. Die
Vermehrung des Virus findet im Zellkern der betroffenen
Zelle
statt und benötigt hierbei Funktionen, die nur während der
Zellteilung vorliegen. Der Erreger ist gegenüber
Umwelteinflüssen sehr unempfindlich. Bei Raumtemperatur bleibt
er über 1 Jahr infektiös, die meisten handelsüblichen
Desinfektionsmittel
vermögen ihn nicht zu inaktivieren. Zu den gegen das Virus
wirksamen Substanzen zählen
Natriumhypochlorit,
Formaldehyd
und
Glutaraldehyd.
Vorkommen
Der Erreger kommt
weltweit und in allen Katzenpopulationen
endemisch
vor. Die Krankheit kann alle
Arten der
Familie
der
Katzen (Felidae)
und darüber hinaus einige
Kleinbären
(Waschbär,
Südamerikanischer Nasenbär),
Katzenfrette
und
Nerze
befallen.
Von der Krankheit
werden vor allem noch nicht immunkompetente Jungtiere betroffen.
Bei
Hauskatzen
tritt sie am häufigsten im Alter von drei bis fünf Monaten auf.
Pathogenese
Der Erreger dringt
über Kontakt mit infektiösem Material (Kot,
Nasensekret,
Urin) die
Nasen-
und Maulschleimhaut
in den Körper ein. Die
Inkubationszeit
beträgt 2 bis 10 Tage. Da das Virus zur Vermehrung Zellen mit
hoher Teilungsrate benötigt, befällt es besonders die sich
fortwährend stark regenerierenden Zellen des
Darmepithels,
des
Knochenmarks
und des
Lymphsystems.
Feten
können über die
Plazenta
bereits im Mutterleib infiziert werden.
Symptome
Die Symptome können sehr
variabel sein, einige Tiere können sogar ohne jedes
Krankheitszeichen sein.
Entsprechend den
befallenen
Organsystemen
dominieren vor allem Symptome des
Magen-Darm-Traktes
und des
Abwehrsystems.
Neben dem Auftreten starker, oftmals blutiger
Durchfälle
kommt es zu einer starken Abnahme
weißer Blutkörperchen
(Leukopenie)
und damit einer Verminderung der Abwehrfähigkeit des erkrankten
Organismus, der daher für bakterielle Sekundärinfektionen
besonders empfänglich ist.
Neben diesen
Symptomen zeigen die betroffenen Tiere häufig
Mattigkeit,
Fressunlust,
Dehydratation,
Fieber,
Nasenausfluss,
Bindehautentzündung
und
Erbrechen.
Mit dem Kot werden große Mengen hochinfektiösen Erregermaterials
ausgeschieden.
Pränatale
und
perinatale
Infektionen führen zu einer
Kleinhirn-Ataxie.
Diagnose
Eine Verdachtsdiagnose
liefern fehlende Impfung, Alter, klinische Symptome, der
charakteristische Verlauf und eine schwere Leukopenie. Eine
sichere Diagnose kann nur labordiagnostisch erstellt werden.
Ein wesentliches
diagnostisches und prognostisches Kriterium ist die Anzahl der
Leukozyten, die bei typischen Verläufen auf Werte um 2.000 bis
4.000 pro Mikroliter absinken. Liegt der Wert unter 1.500,
besteht eine schlechte Prognose.
Das Virus kann
elektronenmikroskopisch
im Kot nachgewiesen werden. Es gibt darüber hinaus Schnelltests
zum Virusnachweis im Kot. Bei nicht geimpften Katzen kann
darüber hinaus ein Antikörpernachweis im Blut hilfreich sein.
Histopathologische
Untersuchungen von Dünndarm, Lunge, Niere, Lymphknoten und Milz
sowie Kleinhirn von
abortierten
Feten können Klärung bringen. Intranukleäre (im
Zellkern
befindliche) Einschlusskörperchen vom Typ B in Darmepithelzellen
sind typisch. Weitere Symptome am Darm sind Nekrosen der
Darmkrypten, Verlust der
Darmzotten
und der
Lamina propria.
Eine
Kleinhirn-Hypoplasie
ist typisch für infizierte Feten. Der
Fluoreszenznachweis
von
Antikörpern
in Dünndarm- und Milzproben ist ebenfalls sicheres Indiz.
Differentialdiagnose
Differentialdiagnostisch müssen
Fremdkörper
im
Darm,
Feline Infektiöse Peritonitis,
Feline Coronavirusinfektion
(FECV),
Feline Leukämie,
Feline Herpesvirusinfektion,
Feline Calicivirusinfektion
und das
Immundefizienzsyndrom der Katzen
berücksichtigt werden.
Behandlung
Die Behandlung
erkrankter Tiere zielt zunächst auf eine Stabilisierung des
Patienten hin. Hierzu sind meist Infusionen nötig um eine
Austrocknung (Dehydration)
zu verhindern und eine optimale Ernährung zu gewährleisten. Um
bakterielle Infektionen zu vermeiden, bedarf es der
Verabreichung von
Antibiotika.
Das Virus selbst kann durch die Applikation von
Interferonen
und Serum-Antikörpern bekämpft werden. Bei intensiver Behandlung
lassen sich die meisten Tiere retten.
Ein weiterer wesentlicher
Aspekt der Krankheit ist die Einhaltung strikter
Hygienemaßnahmen, um die Weiterverbreitung des Erregers zu
verhindern. Genesende Katzen können das Virus bis zu sechs
Wochen ausscheiden.
Prophylaxe
Die wirksamste Maßnahme
gegen die Erkrankung besteht in einer prophylaktischen Impfung,
welche erstmals im Alter von acht Wochen durchgeführt wird und
nach einem Monat aufgefrischt werden sollte. In der Folge sind
Impfintervalle von ein bis drei Jahren empfohlen. Nur mittels
einer Impfung lässt sich die Infektion einer Katze sicher
vermeiden.
Lebendimpfstoffe bieten
bereits nach 1-2 Tagen sicheren Schutz, dürfen aber nicht bei
trächtigen Katzen oder Katzenwelpen unter vier Wochen
eingestetzt werden. Hier muss auf Totimpfstoffe zurückgegriffen
werden.
Quelle Wikipedia
http://www.wikipedia.de |